Zwischen Neuanfang und Müdigkeit


Zwischen Neuanfang und Müdigkeit

Warum du im Januar nicht neu sein musst

Was sind deine Vorsätze für dieses Jahr?

Was möchtest du verändern?

Was willst du endlich anders machen, besser machen, hinter dir lassen?

Mehr Sport.

Mehr Disziplin.

Mehr Fokus.

Mehr Ich müsste eigentlich.

Der Januar ist voll von Fragen, die nach vorne drängen.

Fragen, die selten fragen, wie es dir gerade wirklich geht.

Und vielleicht sitzt du mitten in all dem

und spürst vor allem eins: Müdigkeit.

Müdigkeit vom letzten Jahr.

Vom Durchhalten.

Vom Starksein.

Vom Funktionieren.

Der Januar spricht laut von Neuanfang.

Aber manchmal braucht es etwas anderes.

Der Januar kommt oft mit großen Erwartungen.

Neues Jahr. Neues Ich. Neue Ziele. Neue Energie.

Und manchmal sitzt man da, mitten im neuen Jahr,

und fühlt… nichts davon.

Vielleicht eher Müdigkeit.

Vielleicht ein leises „Ich kann gerade nicht“.

Der Januar ist ein Monat, der viel verspricht –

aber wenig fragt.

Er fragt nicht, wie dein letztes Jahr war.

Nicht, was dich erschöpft hat.

Nicht, wie oft du stark sein musstest, obwohl du eigentlich weich warst.

Er steht da und sagt: Jetzt aber.

Und genau deshalb möchte ich dir heute etwas anderes sagen.

Du musst im Januar nichts beweisen

Du musst nicht neu sein.

Nicht motiviert.

Nicht voller Pläne.

Du darfst ankommen, so wie du bist.

Mit allem, was noch nachklingt vom letzten Jahr.

Mit allem, was noch schwer ist.

Mit allem, was sich noch sortieren will.

Manchmal ist der ehrlichste Neuanfang

kein Schritt nach vorne,

sondern ein Innehalten.

Ein Atemzug.

Ein „Ich darf noch bleiben, wo ich bin“.

Müdigkeit ist kein Versagen

Vielleicht bist du müde, obwohl das Jahr gerade erst begonnen hat.

Nicht, weil du schwach bist –

sondern weil du viel getragen hast.

Müdigkeit ist oft ein Zeichen von Tiefe.

Von Durchhalten.

Von Gefühlen, die keinen Platz hatten, laut zu sein.

Der Januar darf ein Monat sein,

in dem du dir erlaubst, langsamer zu werden,

während draußen alles schneller will.

Nicht jeder Neubeginn ist laut

Es gibt Neuanfänge, die schreien.

Und es gibt jene, die flüstern.

Vielleicht ist dein Neubeginn dieses Jahr kein Vorsatz,

sondern ein leiser Gedanke wie:

  • Ich möchte freundlicher mit mir sprechen.
  • Ich möchte öfter aufhören, bevor ich mich verliere.
  • Ich möchte mich selbst ernster nehmen.

Das reicht.

Mehr als genug.

Du darfst das Alte noch halten

Manchmal glauben wir, wir müssten mit dem Jahreswechsel alles abstreifen.

Alte Geschichten. Alte Gefühle. Alte Verletzungen.

Aber Heilung kennt keinen Kalender.

Und Wachstum folgt keinem Datum.

Du darfst das Alte noch in den Händen halten,

ohne daran festzukleben.

Du darfst es anschauen, würdigen,

und langsam entscheiden, was bleiben darf –

und was nicht mehr mit ins neue Jahr muss.

Vielleicht beginnt dein Jahr ganz anders

Vielleicht beginnt dein Jahr nicht mit einem Plan,

sondern mit einem Gefühl.

Nicht mit einem Ziel,

sondern mit einem Bedürfnis.

Nicht mit einem Ich muss,

sondern mit einem Ich darf.

Vielleicht beginnt dein Jahr damit,

dass du dir selbst zuhörst –

ehrlicher als je zuvor.

Ein leiser Wunsch für dich

Für diesen Januar wünsche ich dir keinen Druck.

Keine To-do-Listen für dein Inneres.

Keine Erwartungen an deine Entwicklung.

Ich wünsche dir Momente,

in denen du dich nicht antreiben musst.

In denen du spürst: Ich bin da. Und das genügt gerade.

Wenn etwas Neues in dir wachsen will,

wird es seinen Moment finden.

Und wenn nicht –

dann ist auch das in Ordnung.

Ich schreib dir was.

Und manchmal ist das Wichtigste,

dir zu sagen:

Du bist genau richtig,

auch ohne Neuanfang.